Geschichte

Geschichte Ruhla Uhrenwerk
Ruhla, die Stadt der Thüringer Uhrenindustrie - 150 Jahre

Ruhla liegt im Thüringer Wald, südöstlich von Eisenach. Diese Mittelgebirgsstadt ist ein traditionelles Zentrum der Uhrenfirmen und der Feinmechanik.
1862 gründeten die Gebrüder Christian und Georg Thiel eine Metallwarenfabrik und begannen um 1892 mit der Produktion von Taschenuhren. Das Unternehmen wurde stetig erweitert und profilierte sich zu einem der größten und bedeutendsten Uhrenherstellern Deutschlands.

Die erste wichtige Entwicklung war die Taschenuhr "Fearless", die vorwiegend auf dem nordamerikanischen Markt großen Erfolg hatte. Fast jährlich präsentierte nun das Unternehmen Thiel Neuentwicklungen, zunächst ausschließlich mit Stiftankerhemmung und Wippenaufzug.

Ab 1908 begann die Produktion von Damenarmbanduhren (Foto). Von Anfang an wurde viel Wert auf eine rationelle Fertigung gelegt, um preiswert Qualitätsprodukte in großen Stückzahlen herzustellen.

Erst im Jahre 1919 wurde mit der "Thiela" eine Taschenuhr mit 15 Steinen, Kolbenzahnankerhemmung (also Schweizer Ankergang) und Kupplungsaufzug gefertigt (Foto).

 

Zur Verminderung der Krisenanfälligkeit wurde begonnen, Werkzeuge für die Uhrenindustrie und Werkzeugmaschinen für die Werkzeugfertigung selbst zu produzieren. Dafür fanden sich zunehmend Kunden in der allgemeinen Metallindustrie, so daß eine eigenständige Maschinenfabrik entstand. Die Uhrenfertigung blieb aber immer das wichtigste Arbeitsfeld der Firma mit einer umfangreichen Produktpalette.

Eine Besonderheit in der Taschenuhrentwicklung war eine Ausführung mit Ziffernanzeige auf der Basis eines 18´´´igen Uhrwerkes im Jahre 1922 (Foto).

Die ersten 10´´´igen Damenarmbanduhren wurden 1935 mit den Kollektionen Venus und Darling verkauft (Foto).

Die Enteignung der Gebrüder Thiel im Jahre 1945 und die Bildung eines volkseigenen Betriebes am 01.05.52 waren zwei bedeutsame Ereignisse.

Die Nachkriegsproduktion begann mit einer Weckerentwicklung aus Materialbeständen von Zeitzündern aus der damaligen Rüstungsproduktion (Foto). Dieser folgten die Produktionsaufnahme von preiswerten Armbanduhren und Reiseweckern und mehrsteinigen Damen-, Herren- und Taschenuhren.

Im Jahre 1963 wurde das robuste mechanische Stiftankeruhrwerk Kal. 24 entwickelt. Insgesamt wurden von diesem Uhrwerk ca. 120 Mio Stück hochgradig automatisiert gefertigt; in den besten Jahren 25.000 Stück am Tag.

Die Entwicklung der kontaktgesteuerten elektrischen Armbanduhr (patentiert) im gleichen Jahr bestätigte die uhrentechnische Kompetenz der thüringischen Uhrenindustrie (Foto). Der Weg zum Quarz-Uhren-Zeitalter war somit auch in Ruhla geebnet.

 

Die ersten analogen Quarzarmbanduhren erschienen 1976 (Foto).

Die ersten LCD-Armbanduhren 1979 (Foto).

In den darauf folgenden 12 Jahren wurden 3 weitere Generationen von analogen Quarzarmbanduhrwerken entwickelt; das letzte im Jahr 1990 mit 2,20 mm Werkhöhe (3 x Foto).

 

Eine weitere wichtige Etappe der ehemaligen DDR-Uhrenindustrie war die Fertigungsaufnahme mikroelektronischer Bauelemente im Jahre 1979 und die Software-Entwicklung von Uhrenschaltkreisen. Ab diesem Zeitpunkt entstanden die Schaltkreise für die Uhrenproduktion im eigenen Hause; selbst bis hin zur Funkuhr-Basis.

Neben den mechanischen Weckern und Kurzzeitweckern bildete sich ab 1985 der Quarzwecker zu einem Haupterzeugnis aus. Die tägliche Produktion betrug 8.000 Stück pro Tag (Foto).

Die letzte nennenswerte Neuentwicklung war eine Funk-Tisch-Uhr; geschützt durch mehrere Patente (Foto).

Aktuell werden hochwertige Funkarmbanduhren neuester Technologie für Damen und Herren gefertigt.

 

Nach der Wiedervereinigung begann wieder eine neue geschichtliche Etappe der Uhrenindustrie Ruhla's.
Aus dem Großkonzern Uhrenwerke Ruhla entstanden private, hochspezialisierte Klein- und Mittelbetriebe. Zu denen zählt auch unsere Firma Gardé Uhren und Feinmechanik Ruhla GmbH. Die Gründung erfolgte am 01.10.1991 als MBO-Unternehmen.
Das Hauptproblem für Gardé bestand zur Gründungszeit im Wegfall aller Vertriebswege der ehemaligen Uhrenwerke Ruhla. Ein völlig neues Sortiment an Uhren und feinmechanischen Erzeugnissen wurde entwickelt. Besonders intensiv wurde ab 1993 an der Entwicklung einer neuartigen Funkarmbanduhr-Generation gearbeitet. Anläßlich der Messe in Basel 1995 wurde die Uhr erstmalig vorgestellt.
Zwischenzeitlich wurden mehrere Hunderttausend Funkarmbanduhren und -module für die Märkte Deutschland, USA, Japan, Frankreich, Italien, Schweiz u.a. ausgeliefert.
Die Wertschätzung der Gardé- Funkarmbanduhr-Technologie kommt auch darin zum Ausdruck, daß diese in der ständigen Ausstellung für Zeitmeßtechnik des Deutschen Museums in München präsent ist.

Nach erfolgreicher Arbeit und Neuorientierung bieten wir unseren Kunden ein umfassendes Programm mit vielen ganz speziellen Sortimenten.